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Zeit in der Natur zu verbringen, wirkt sich positiv auf das Arbeitsleben aus

  • Autorenbild: Olivia Köhler
    Olivia Köhler
  • 28. Okt. 2021
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. März

Ich wurde eingeladen, meine Gedanken zur Naturtherapie und zum Aufenthalt in der Natur im Kontext von Unternehmen und im Arbeitsleben für das Herbstmagazin von Noocity zu teilen.



[original in English; übersetzt von Laura Haipl]


Lerne Olivia kennen, Gründerin von Kailo Nature Therapy, einem Projekt, das darauf ausgerichtet ist, Menschen mit ihrer inneren und äußeren Natur zu verbinden. Aufgewachsen inmitten von Wäldern, Feldern und Wiesen und heute leidenschaftliche Kitesurferin, war ihre Entscheidung, nach langjähriger Tätigkeit als Unternehmensberaterin Systemische Naturtherapie zu studieren, sicherlich naheliegend.


Olivia bietet heute Workshops im Rahmen ihres Projekts Kailo (bedeutet: ganz, unverletzt, von gutem Omen) an, in denen sie sich für eine bessere Verbindung zu unserer umgebenden Umwelt, insbesondere zu natürlichen Räumen, einsetzt und uns lehrt, ihren Einfluss darauf zu beobachten, wie wir fühlen, denken und handeln. Wir hätten uns keine bessere Person wünschen können, um über die positiven Effekte von Zeit in der Natur auf unser Arbeitsleben zu sprechen!



Wir leben derzeit in ungewöhnlichen Zeiten.


In den letzten anderthalb Jahren waren wir gezwungen, langsamer zu werden und unsere Möglichkeiten, unsere Freizeit zu gestalten, einzuschränken. Viele von uns haben daher die Natur als Raum des Wohlbefindens wiederentdeckt. Die Parks, Wiesen, Wälder und Strände direkt vor unserer Haustür wurden zu Orten der Zuflucht und Sehnsucht. Viele von uns fühlten sich erfrischt und regeneriert, nachdem sie Zeit im Freien verbracht hatten. Es schenkte uns einen Ort des Friedens außerhalb des Alltags. Immer mehr Studien belegen, dass das Erleben von Natur unser körperliches und mentales Wohlbefinden fördert.



Die heilende Kraft des Waldes wird seit den 1980er Jahren wissenschaftlich erforscht.


In Japan wurde dafür ein eigener Begriff geprägt: „Shinrin-Yoku“, was „Waldbaden“ oder „Eintauchen in den Wald“ bedeutet. Diese Praxis wird dort als therapeutische Behandlung anerkannt. Eine 2010 in Environmental Health and Preventive Medicine veröffentlichte Studie zeigte beispielsweise, dass Teilnehmende, die in einem Wald spazieren gingen, danach einen niedrigeren Blutdruck und geringere Cortisolwerte (auch bekannt als das Stresshormon) hatten als jene, die durch eine städtische Umgebung schlenderten.


Seen und Meere haben eine ähnliche Wirkung auf unsere Gesundheit. Wasserlandschaften hinterlassen einen kraftvollen Eindruck in unserem Körper und Geist. Schon ihr bloßes Betrachten ist eine multisensorische, visuell anregende Erfahrung, mit tausend Blautönen in ständiger Bewegung. Küsten, die den Wellen ausgesetzt sind, setzen negative Ionen frei, von denen angenommen wird, dass sie unsere Biochemie verändern, unsere Stimmung aufhellen und Stress lindern. Die Gerüche und Klänge des Wassers fördern allesamt unser Wohlbefinden.


Wie wir sehen können, hat das Erleben von Natur viele positive Effekte auf uns. Sie wirkt als Anti-Stress-Faktor und Stimmungsaufheller: Nach dem Draußensein hast du mehr positive Gedanken und profitierst von einem gestärkten Immunsystem sowie einer erhöhten Konzentrationsfähigkeit. Diese und viele weitere Effekte sind wissenschaftlich belegt.



Wenn wir auf indigene Völker blicken, können wir lernen, dass die Natur noch mehr bietet als dieses bereits so wichtige Wohlbefinden.


Bei wichtigen Ereignissen, Umbrüchen, Fragen oder Krisenzeiten kann sich ein Mensch von seiner Gemeinschaft zurückziehen und einige Tage allein in der Natur verbringen, um sich zu sammeln, Balance zu finden und mit einer Lösung in die Gemeinschaft zurückzukehren. Dieses Beispiel zeigt, dass eine lebendige, verbundene Beziehung zwischen Mensch und Naturraum tief in unserer Geschichte verwurzelt ist. Es ist nicht verwunderlich, dass das Geräusch von Wasser manchmal zu dir zu sprechen scheint oder der Wind dich bewusst unterbricht. Vielleicht hast du dies sogar schon erlebt, wenn du auf einem Berggipfel standest oder Spuren im Sand beobachtet hast: Es löst tiefe Erinnerungen, Emotionen und ganze Geschichten in dir aus.


Dies sind Beispiele dafür, was man in und mit der Natur erfahren kann. Die tiefe Verbindung mit der Natur belebt uns als Menschen und eröffnet einen kraftvollen Raum, um mit uns selbst und unserer inneren Natur in Kontakt zu kommen. Genau dies erforscht das Feld der systemischen Naturtherapie: den Menschen im Naturraum. Es geht davon aus, dass unser umgebender Raum beeinflusst, wie wir fühlen, denken und handeln.


Der klassische systemische Ansatz — der neben Psychoanalyse und Verhaltenstherapie am weitesten verbreitete und praktizierte Therapie- und Beratungsansatz — betrachtet den Menschen in Wechselwirkung mit seinen sozialen Konstellationen. In der systemischen Naturtherapie hingegen sind Interaktion und Kommunikation nicht ausschließlich an menschliche Systeme gebunden, sondern beziehen auch Elemente der Natur und der vom Menschen geschaffenen Welt in die Konstellation eines Wesens mit ein.



Um die Natur als lebendiges Gegenüber zu erfahren, geh für eine Weile nach draußen und versuche wirklich, achtsam wahrzunehmen, was dich umgibt.

Sei einfach im Raum, sei präsent und beobachte. Auf diese Weise kannst du eine authentische, resonierende Erfahrung machen. Es geht darum, anderen Spielregeln zu folgen — etwas, das wir nur selten tun.

Wenn dir das gelingt, entsteht ein Raum für neue Wahrnehmungen, Achtsamkeit und Kraft. Du wirst vertrauter mit deinem Körper, schulst die Aufmerksamkeit deiner Psyche und wirst eingeladen, dem Seelenraum zu begegnen. Auf diese Weise kannst du Antworten auf all die Fragen finden, die du vielleicht in dir trägst. Es geht darum, Zugang zu deiner Intuition zu finden — zu der inneren Weisheit und Stärke, die bereits in dir vorhanden sind und dir helfen können, Entscheidungen zu treffen und Klarheit zu gewinnen. Dies stärkt Selbstheilung, Zugehörigkeit sowie körperliche und emotionale Resilienz.


Allzu oft verhindern unsere schnelllebigen, technologiegeprägten Leben inmitten ständiger Anforderungen und Reizüberflutung, dass wir diesen Ruf hören, in und mit der Natur zu sein. Wir haben uns von der Natur entfernt — wir haben uns von ihr entfremdet.



Menschen haben über Millionen von Jahren in einer natürlichen Umgebung gelebt.


Über mindestens 10.000 Generationen hinweg lebten wir in kleinen Familiengruppen in der Natur. Über 500 Generationen hinweg bewirtschafteten wir Felder und kultivierten Tiere. Erst vor etwa 200 Jahren hat sich dies verändert. Deshalb tragen wir noch immer diese tiefe Sehnsucht, draußen zu sein.


Deshalb ist es heute wichtiger denn je, dafür Raum zu schaffen — insbesondere auch in Unternehmen als Teil der Mitarbeiter:innen-Gesundheit. Als Team in der Natur zu sein, fördert positive Effekte auf das körperliche und mentale Wohlbefinden aller. Darüber hinaus öffnet es einen Raum, um sich mit sich selbst und dadurch auch auf einer ganz anderen Ebene mit dem Team zu verbinden. Wir leben und arbeiten in Zeiten, in denen Zusammenarbeit und Kommunikation entscheidend sind. Es liegt etwas Magisches darin, mit jemandem wirklich präsent in der Natur zu sein, Erfahrungen zu teilen und eine starke Grundlage für Zusammenarbeit sowie eine wertschätzende Kommunikation zu schaffen.


Auch für unser Arbeitsleben können wir von der Natur lernen.


Es spielt keine Rolle, ob du gemeinsam im Wald, am Strand oder im Firmengarten bist. Beobachte einfach, wie die Natur sich ständig an Veränderungen anpasst — ganz ohne zu planen oder zu analysieren. Natur ist auf Vielfalt ausgerichtet. Sie kann unmittelbar flexibel und angemessen auf Neues reagieren.


Der Mensch hingegen versucht, das Ungewisse durch Planung und Vorhersagen abzusichern. Wir wollen Komplexität reduzieren, und das führt uns zu einer fatalen Monotonie: immer gleiche Denkweisen, starre Prozesse, verringerte Vielfalt und kein Raum für Spontaneität und Zufall. Genau das lehrt uns die Natur: Um wirklich agil zu sein, musst du dich vielfältig entwickeln — im Hier und Jetzt —, um dem Neuen mit Neugier zu begegnen.


Bleib also neugierig und geh auf Entdeckungsreise — in deinem Unternehmen, in deinem Team und draußen!




Verbinde dich mit deiner äußeren und inneren Natur bei einem meiner Events und Retreats oder tauche in einer 1:1 Begleitung tiefer.

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